Liebe Paare,

an dieser Stelle möchte ich auf dem Paarworkshop

vom

04.- 06.Juni 2010

aufmerksam machen.

Diese Workshops sind wunderbar konzentrierte Wochenenden, an denen die Paare grundlegende Bereiche - und damit auch grundlegende Störungen - ihrer Beziehung bereisen können. Diese intensive Zeit legt oft eine gute Grundlage zu wirklich nachhaltiger Veränderung.

Die Teilnehmerzahl ist auf 5- 8 Paare begrenzt. Die teilnehmenden Paare werden von mir so ausgesucht, dass aus ausreichender Ähnlichkeit und auch ausreichender Unterschiedlichkeit eine kreative Spannung entsteht.

Der Workshop ist auch für Paare geeignet, die keine Einzel- Paartherapie bei mir machen.

Sie finden dazu einen Flyer im Download- Bereich.

Paartherapie

Ich und Du - Bindungsorientiertes Strukturkonzept für Paare

Liebe Besucherin, lieber Besucher! In dem nachfolgenden, ausführlichen Text können Sie einen, hoffentlich ausreichenden und anregenden Einblick in meine Arbeit mit Paaren erhalten.
Gruß, Fabian Lenné

Ursprung

Entstandenen ist das Konzept der bindungsorientierten Paartherapie aufgrund einer Workshopreihe die ich mit meiner Kollegen, Uta Schlobohm aus Lüneburg, anbiete. Die Idee war, unseren Einzelklienten und den Mitgliedern unserer Therapiegruppen eine Möglichkeit zu bieten, intensiver mit ihren Partnern an ihren Liebesbeziehungen arbeiten zu können.

Es hat sich aber gezeigt, dass die Abstände der Workshops (ca. alle sechs Monate) zu groß sind. Viele Paare brauchen eine kompaktere und intensivere Unterstützung. Und vor allem zum richtigen Zeitpunkt. Aus meiner Sicht optimal wäre es natürlich, im Rahmen dieser Paartherapie- Struktur auch einen Liebespaare- Workshop zu besuchen. So würde sich die intime konzentrierte Arbeit zu dritt mit einem intensiven Wochenendeworkshop verbinden.

Ziele

Das Ziel der von mir angebotenen Paartherapie Struktur ist es, einen ins Stocken geratenen, gemeinsam begonnenen, liebevollen Prozess wieder anzuregen.

Wenn ein Paar sich zusammentut, eine Liebe beginnt, gehen beide (meist) davon aus, dass diese Liebe auf unbestimmte Zeit hält. In den ersten beiden Jahren trägt dieses wunderschöne, tiefe Gefühle von „verliebt sein“, über die meisten Hürden. Später, wenn die „Hormone nicht mehr so lachen“, wird es schwerer.

Es beginnt die Phase der Enttäuschung.

Diese, im wahrsten Sinne des Wortes, Ent- täuschung. Man hört auf, sich zu täuschen. Oder anders ausgedrückt, die Verliebtheit beinhaltet anscheinend eine Täuschung! (Wer täuscht da eigentlich wen?)

Normalerweise eigentlich ein positiver Prozess, man hört auf sich (selbst) zu täuschen. Die geliebte Person taucht aus dem Nebel, wird vielschichtiger, fassettenreicher. Mit diesen Worten beschrieben, eine angenehme Erweiterung der Liebe. Oder?

Bei diesen, nun deutlich sichtbarer werdenden Eigenschaften, sind meist auch einige dabei mit denen ich als Partner nur schwer umgehen kann. Andersrum gilt das Gleiche natürlich auch.

Sind die unangenehmen Eigenschaften nicht zu viele und nicht zu doll, gelingt es den meisten Paaren in einer Art unbewussten Absprache diese Bereiche ausreichend zu meiden. Je nach dem, wie stark die Paare diese Ungereimtheiten aus ihrem Beziehungs- Alltag ausklammern müssen, legen sie hier auch einen Grundstein für spätere ernste Probleme. Wenn innerhalb der normalen Beziehung nicht ausreichend Platz und (innerer) Spielraum vorhanden ist, diese Ungereimtheiten zu beleuchten, wird, an Stelle der Heilung, die eine lange erfüllte Beziehung mit sich bringt, die Frustration darüber irgendwann deutliche Zeichen setzen.

Der Streit beginnt — Die Einsamkeit beginnt — Der Zweifel kommt — Die Liebe verliert an Boden.

Dies ist der Zeitpunkt, den Prozess des Annehmens, des Verstehens, und der gemeinsamen Entwicklung wieder neu zu beleben. Sich auf den Weg zu machen, die eigenen Wünsche wieder zu finden. Lernen, sie in Gegenwart des Partners zu fühlen, sie auszusprechen und vor allen Dingen, es auch zu ertragen, wenn sie nicht gleich, oder vielleicht nie, erfüllt werden. Die Unterscheidung wahrzunehmen zwischen der innere Verbundenheit mit dem Partner und denen aufgrund dieser Verbundenheit entstehenden Beziehungsinhalten.

Natürlich spielt an dieser Stelle die Entwicklungsgeschichte der beiden Partner eine entscheidende Rolle. In der Nähe und Intimität einer Liebesbeziehung bilden sich die grundlegenden Beziehungserfahrungen der Kindheit meist sehr deutlich ab. Wie intime Beziehung funktioniert, haben wir als erstes und am intensivsten mit unseren Eltern und Geschwistern ausprobiert. Die damals erprobten Verhaltensmuster werden unbewusst und unhinterfragt als Vorbild für die neue intime Beziehung genommen. Oft sind es eher die feinen aber grundsätzlichen Stimmungen im Umgang mit dem anderen (und mit uns selbst), die die grundlegenden Problematiken erzeugen. So wird ein wichtiger Bestandteil einer Paartherapie auch eine Auseinandersetzung mit der eigenen Kindheitsgeschichte seien.

Wichtig für die Arbeit wird es sein, das eine Atmosphäre entsteht, in der beide Partner das Gefühl haben wirklich anwesend und an dem gemeinsamen Prozess beteiligt zu sein. So kann in diesem geschützten Rahmen langsam wieder eine Begegnung, von Angesicht zu Angesicht entstehen. Die unter frustigen Beziehungsinhalten (Arbeit, Kinder, Küche, kein Sex, keine Nähe…) liegende Liebe kann wieder in ihrer tragenden Wichtigkeit sichtbar und vor allem fühlbar werden.

Auf dieser Grundlage lassen sich plötzlich wieder Lösungen finden. Die in die Alltagskonflikte verschobenen Ängste und Wünsche in der Nähe, kehren wieder in die Beziehung zurück und können dort ein- gelöst werden.

Die Hoffnung hat wieder Platz.

Für Wen?

Diese Paartherapie Struktur eignet sich für Paare in allen Abschnitten ihrer gemeinsamen Liebe. Meist sind es Paare, die schon einige Jahre zusammen sind und nun an einem Wendepunkt in ihrer Beziehung stehen. Das kann (unerfüllter) Kinderwunsch seien (natürlich auch Kinderstress), das Bewusstwerden eines unangenehmen Gefühls von Eingeengt seien oder einfach nur ein diffuses Gefühlen von Langeweile und Einsamkeit, mit der Angst die Liebe langsam zu verlieren. Auch kommen immer wieder Paare mit einer Seitensprung- Thematik.

Grenzen?

Wie jeder Struktur und jeder Therapie sind natürlich auch dieser Art Grenzen gesetzt. Die von mir angebotene Paartherapiestruktur soll helfen eine solide Grundlage zu legen, auf der die Partner dann, aus eigener Kraft, ihre Liebesbeziehung lebendiger, verbundener und vor allem wieder hoffnungsvoller gestalten können.

Die Therapie selber ist kein Wundermittel. Sie kann nur helfen, wenn beide Partner ernsthaft an einer Weiterentwicklung sowohl ihrer Beziehung, als auch ihrer eigenen Persönlichkeit interessiert sind. Das Paar kann nicht, gleichsam einem kaputten Apparat, ihre Beziehung in meiner Praxis abliefern und hoffen, dass der Therapeut (also Ich) diese schon reparieren wird. Paartherapie heißt immer auch, dem eigenen Schatten ins Gesicht zu sehn.

Auch ist Paartherapie (leider) keine Garantie für den Fortbestand einer Beziehung. Manche Paare kommen (erst) in einer Phase, in der einer oder beide Partner sich innerlich schon abgewendet haben.

Zeitliche Struktur

  1. Ein gemeinsames Einleitungsgespräch,
  2. Gefolgt von zwei Einzelgesprächen.
  3. Vier Paartherapie Sitzungen in Abstand von einer Woche.
  4. Sechs bis zehn Paartherapie Sitzungen im Abstand von jeweils zwei Wochen.
  5. Im Abstand von weiteren vier Wochen ein Abschlusstermin.
Die Paartherapie Sitzungen dauern jeweils mindestens anderthalb Stunden. Die Einzelgespräche jeweils eine Stunde. So wird die Struktur in vier bis fünf Monaten einmal durchlaufen. Sie kann natürlich, wen nötig, auch abgekürzt oder verlängert werden. Auch können die Paare nach Ende des Zyklus jederzeit zu speziellen Themen einzelne Sitzungen nehmen.

Inhaltliche Struktur

  1. Das gemeinsame Einleitungsgespräch dient der Diagnose und der Festlegung der Ziele. Wobei sich diese im Laufe der Zeit durchaus verändern dürfen.
  2. In den beiden Einzelgesprächen geht es um persönliche Vertrauensbildung, durch die Abwesenheit des Partners besteht hier normalerweise eine größere Freiheit auch peinlichere Themen anzusprechen.
  3. Die Paartherapie Sitzungen werden um folgende grundlegende Themen kreisen:
    • Grenzen und Bindung - Wie kann ich mich verbunden fühlen, ohne dafür meine Grenzen dauerhaft aufgeben zu müssen.
    • Nähe und Distanz - Welchen Nähe brauche ich, welche ertragen ich. Wie kann ich meine Wunsch- Entfernung (immer wieder) finden?
    • Was ist ein Beziehungsthema und was ist eher ein persönliches Thema? Es ist wichtig herauszufinden, in welcher Art sich die persönlichen Themen in der Beziehung widerspiegeln. Und vor allem wie sie dort begrenzt und integriert werden können.
    • Welche Möglichkeiten gibt es sich im realen Beziehungsalltag tatsächlich anders zu verhalten? Hier werden wir neue Formen des Umgangs suchen.
  4. In einer letzten Sitzung werdenden wir das Erreichte besprechen. Und den Zyklus abschließen.

Angewendete Methoden

  • das deutenden Gespräch (tiefenpsychologisch fundiert)
  • meditative Verfahren zu Selbstwahrnehmung
  • innere und äußere Aufstellungen ( eigene Entwicklung, angelehnt an die Familienaufstellungen)
  • Rollenspiele (Psychodrama, systemische Verfahren)
  • verschiedene leichte körpertherapeutische Intervention (tiefenpsychologische Körpertherapie, Bioenergetik, Massage, usw.)
  • Sequenzen psychisch- körperlicher Durcharbeitung. Bestehend aus vielen kleinen Bausteinen.

Des Weiteren werde ich immer wieder kleine Übungen und Strukturen als „Hausaufgaben“ mitgeben. So können die Paare quasi täglich an einer Weiterentwicklung und Öffnung ihrer Liebe arbeiten. Eine wichtige Rolle werden dabei auch die Zwiegespräche aus dem Buch „Die Wahrheit beginnt zu zweit“ spielen.

Kosten

Die Paartherapie Sitzungen kosten je 90.- € (90 Minuten), die Einzelgespräche kosten je 60.- € (60 Minuten) Die Kosten werden zum Teil von privaten Krankenkassen übernommen.

Literatur

  • Theodor I. Rubin, Gegeneinander- Miteinander, 1988
  • M. L. Moeller, Die Wahrheit beginnt zu Zweit, 1992
  • Arnold Retzer, Systemische Paartherapie, 2004
  • Bert Hellinger, Ordnungen der Liebe, 1996
  • G. Spangler / P. Zimmermann, Die Bindungstheorie, 1999
  • J. O´Conner/ I. McDermot, Die Lösung lauert überall, 1998
  • P. Watzlawick, Menschliche Kommunikation, 1987
  • Antonio R. Damasio, Ich fühle also bin ich, 2003
  • G.R. Bach, Keine Angst vor Aggressionen, 1981
  • K. Blanchard, Management durch Empowerment, 1996
  • Allan & Barbara Pease, Warum Männer nichts zuhören und Frauen schlecht einparken, 1998
  • Daniel Goleman, Emotionale Intelligenz, 1997
  • A.H. Almaas, The Pearl beyond Price, 1988
  • Otto F. Kernberg, Innere Welt und äußere Realität, 1997
  • Heinz Kohut, Die Heilung des Selbst, 1988

Dies ist natürlich nur eine kleine Auswahl. Jede Buchhandlung hat sicherlich zwei bis drei Meter Buchrücken zum Thema Liebesbeziehung.

Fabian Lenné - Paartherapie in Berlin und Psychotherapie in Berlin