Körperorientierte Psychotherapie

Im Zentrum meiner Arbeit steht die Einzigartigkeit, Ganzheit und Entfaltungsmöglichkeit des einzelnen Menschen. Körper, Geist und Seele bilden für mich eine untrennbare Einheit.

Im Idealfall wächst ein Kind in einem von der Ursprungsfamilie geprägten sozialen Rahmen, stimuliert und genährt durch einen ausreichend erfüllten (primären) Kontakt. Am Anfang steht der Kontakt zur Mutter im Mittelpunkt (Schwangerschaft, Geburt, Stillen...), dann kommt der Kontakt zu anderen Bezugspersonen, meist der Vater, zu den Geschwistern, Großeltern, Freunde. Dann kommt die Schule, Pubertät, erste Liebe, ...., der Übergang ins eigene Leben. Zu allen Zeitpunkten dieser Entwicklung können Störungen auftreten, die die weitere Entwicklung mehr oder weniger bremsen. Es entwickeln sich Spannungen, Ambivalenzen und Konflikte, die Wunden und Spuren in der Persönlichkeit des Menschen hinterlassen. Im seelischen Bereich entstehen z.B. depressive oder resignative Gefühle, auf körperlich- muskulärer Ebene z.B. chronische Spannungen (Entstehung von Körperpanzern). Auf der vegetativen Ebene zeigen sich z.B. mangelnde Vitalität und Schwächung des Immunsystems (häufiges Erkranken). Schließlich auf der geistigen Ebene z.B. Plan- und Ziellosigkeit.

Da alle Entwicklungsschritte aufeinander folgen müssen, (ich kann nicht stehen, wenn ich noch nicht sitzen kann) beeinträchtigen frühere Störungen die Gesamtentwicklung nachhaltiger. In unserem Bild können (Wachstums-) Störungen nicht erst in der Kindheit, sondern schon während der Schwangerschaft und / oder Geburt beginnen. (Eine Mutter, die selbst an erlittenem Liebesmangel leidet, tut dies auch schon, wenn sie ein Kind im Bauch trägt, und nicht erst, wenn das Kind zwei Jahre alt ist.) Besonderes Augenmerk verdienen dabei traumatische Erfahrungen, die grundlegende Lebensfunktionen wie Bindung, Beziehung und das Erleben und Ausdrücken von Gefühlen berühren.

Körperarbeit
Im Zentrum dieses Aspektes meiner Arbeit steht der Körper als Leib gewordene Seele. Er ist gleichzeitig sensibelstes "Messinstrument" und bestes "Werkzeug", mit der Welt in Kontakt zu treten. Stimme, Atmung, Spannung, Verteilung der Energie, all das gibt uns Auskunft über den Werdegang und Seinszustand des Klienten. Die Sinnesorgane Nase, Mund, Augen, Ohren und vor allem die Haut als Ganzes halten die Möglichkeit, auf vielfältige Weise mit dem Klienten in Kontakt zu treten und mit ihm die Schrecken der Kindheit zu bereisen. Noch einmal in die Vergangenheit einzutauchen, z.B. die nicht geweinten Tränen zu weinen, die nicht gelebte Wut zu leben und die nicht erfüllten Sehnsüchte endlich eingelöst zu bekommen.

Therapie
Die Therapie selbst ist ein langer mehrjähriger Weg “zurück in die Kindheit”, um von dort an vielen Stellen nachgereift in die erwachsene Welt zurückzukehren. Natürlich geschieht dies in kleinen Schritten, und alle diese kleinen Entwicklungsschritte werden immer wieder mit der echten Welt (Familie, Beruf etc.) verbunden und in ihr überprüft. Sie ist mehr als nur die Summe der unten aufgeführten Methoden. Sie entsteht aus dem liebevollen Miteinander von Klient und Therapeut, dem gemeinsamen zurückgelegten Weg.

Die Arbeit in den Therapiesitzungen richtet sich nach den Impulsen und (inneren) Bewegungen des Klienten. Ich arbeite mit Elementen der Atemarbeit, mit energetischen Körperübungen und direktem Körperkontakt. Weiterhin sind Massagetechniken und Imaginationsarbeit und natürlich das therapeutische Gespräch Bestandteil der Sitzungen. Dabei hat der direkte und tiefe Körperkontakt in seiner symbolischen und heilenden Erfahrung einen besonderen Stellenwert. Alle Methoden richten sich auf die Wiederherstellung des psychovegetativen Gleichgewichts und sind den Erfordernissen des individuellen Entwicklungsprozesses angepasst.

Bindung
Kontakt und Bindung sind die primären Voraussetzungen für die Individuation des Menschen. Im therapeutischen Prozess bieten wir daher eine sichere Bindung an, die dem Klienten Erfahrungen im Umgang mit längerfristigen Bindungen ermöglicht. Besonders bei so genannten Frühen- Störungen ist das Gefühl einer sicheren "tragenden" Beziehung von Seiten des Therapeuten von entscheidender Bedeutung. Vertrauen und sichere Bindung bilden auch die Grundlage auf der der Klient seine eigene innere Struktur (Ich- Struktur, Ich- Grenzen, innere Bewegungsfreiheit, Verarbeitungskapazitäten für emotional belastende Situationen, usw.) überprüfen, korrigieren und erweitern kann.

Arbeit mit Regression
Ich arbeite mit zum Teil unbewussten und unserem kognitiven Denken nicht zugänglichen psychischen Inhalten. Auf körperlicher wie psychischer Ebene wird eine Kooperation der verschiedenen Funktionen und Schichten angestrebt, die durch unaufgelöste intrapsychische Konflikte oder die Stagnation von Reifungsprozessen behindert sein kann. Hier erhält die Arbeit mit Regression ihren Sinn, da sie in die Persönlichkeit nicht integrierte lebensgeschichtlich bedeutsame Erfahrungen wieder zugänglich machen kann. Das Bewusstwerden und Wiedererleben widriger Erfahrungen in der Kindheit kann sich heilsam auswirken, wenn ihnen alternative Erfahrungen gegenüberstehen. Hier kommt der vertrauensvollen therapeutischen Beziehung besondere Bedeutung zu (reparenting).

Ethik
Als Therapeuten sind wir verantwortlich für den Aufbau einer tragfähigen, sicheren und schützenden Beziehung zum Klienten. Körperlicher Kontakt und Nähe zwischen Therapeut und Klient dienen dem psychologisch therapeutischen Ziel und sind allein auf die Bedürfnisse des Klienten ausgerichtet. Sexuelle Beziehungen sind natürlich während und nach dem Therapieprozess aus ethischen und therapeutischen Gründen ausgeschlossen.

Fabian Lenné - Paartherapie in Berlin und Psychotherapie in Berlin